20 Jahre Sozialdemokratie in Ostdeutschland

Christoph Matschie, Landesvorsitzender der Thüringer SPD, erinnert an die Gründung der SDP am 7. Oktober 1989 in Schwante – ein Ereignis von historischer Tragweite:
„Es waren aufrechte Demokraten, die damals mutig das DDR-System verändern wollten und mit der Gründung der SDP den Machtanspruch der SED in Frage gestellt haben“, sagt Christoph Matschie.

Am 7. Oktober 1989 – parallel zu den offiziellen Feierlichkeiten anlässlich des 40. Jahrestags der DDR – kamen gut 40 Frauen und Männer zusammen, davon die meisten aus der evangelischen Kirche. Sie trafen sich im Gemeindesaal des Pfarrhauses in dem kleinen Dorf Schwante in der Nähe von Oranienburg. Keine Bürgerbewegung wollten sie gründen, sondern eine Partei, um die Vorherrschaft der SED zu brechen. Die Gründung der SDP als einzige Parteineugründung des Wendeherbstes 1989 war dazu eine entscheidende Voraussetzung.

In der Folge entstanden im ganzen Land Initiativ- und Basisgruppen. Überall erwachte der sozialdemokratische Gedanke neu.

Christoph Matschie eröffnete in der zweiten Oktoberwoche 1989 das erste Büro der Sozialdemokratie für Thüringen in Jena. Nach dem Fall der Mauer begannen am 7. Dezember 1989 die Verhandlungen am „Runden Tisch“. Christoph Matschie vertrat dabei die neu gegründete Partei.

Am 27. Januar 1990 wurde der SPD-Landesverband Thüringen im historischen „Tivoli“ in Gotha gegründet. Willy Brandt sprach an diesem Tag zu 50.000 Menschen auf dem Gothaer Hauptmarkt und zu 30.000 Menschen auf dem Marktplatz in Eisenach.

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