9. November: Spiegelbild der Geschichte

Christoph Matschie sieht den 9. November als einen „zutiefst deutschen Tag“. Für den Vorsitzenden der SPD Thüringen ist dieser Tag eine Mahnung an die Entwicklung der deutschen Demokratie:

„Besonders an einem solchem Tag wie dem 9. November wird klar, wie eng Geschichte und Zukunft eines Landes zusammenhängen. Und vor allem wie wichtig er für die Entwicklung unserer Demokratie war und ist.

Als am 9. November 1918 die Weimarer Republik ihren Anfang nahm, war noch völlig unklar, wie sich die Demokratie in Deutschland entwickeln würde. Bereits genau fünf Jahre später, 1923, zeigte sich, dass sich die noch junge Demokratie gegen den ersten Hitlerputsch wehren konnte.

Mit dem 9. November 1938 hat sich dann mit der Reichkristallnacht ein Ereignis in die Geschichte eingebrannt, mit dem der Vernichtungsfeldzug gegen das jüdische Volk seinen unheilvollen Anfang nahm.

Als am 9. November 1989 die Mauer fiel, war dies in erster Linie ein Verdienst der ostdeutschen Bürgerinnen und Bürger. Sie waren es, die sich mutig gegen das DDR-Regime gewandt haben. Und sie gaben ihrem Willen nach Demokratie auf den Straßen des Landes einen Ausdruck.

Nur wenn wir uns allen Facetten unserer Geschichte stellen, können wir aus ihr auch etwas mitnehmen. Sei es nun der Mut, den wir 1989 gezeigt haben, oder die schmerzliche Erfahrung von 1938.

Es geht nicht darum, den 9. November zum Gedenktag zu erklären. Ich will, dass dieser Tag gerade in seiner vielfältigen Bedeutung für uns Deutsche im Gedächtnis der Bürgerinnen und Bürger verwurzelt ist. Deshalb sind Sonntagsreden der Politik weniger gefragt. Und schon gar keine Geschichtsklitterungen und kulturelle Mauern, wie sie in diesen Tagen von hessischen und sächsischen CDU-Abgeordneten gebaut werden.“

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