Gerhard Schröder von 7.000 Thüringern begeistert empfangen

Die Erfurter Eissporthalle bot die geeignete Kulisse für den Empfang des Kanzlers in Thüringen. Der Bundeskanzler stellte in seiner Rede das Profil sozialdemokratischer Politik dar: Wir sind die Kraft, die Deutschland modernisiert und zusammenhält.

Im Vorprogramm boten „Die Prinzen“ einen mitreißenden Auftritt, der wieder einmal zeigte, dass sich die Künstler sehr stark für Politik engagieren. Herbert Köfer, Urgestein des Ost-Fernsehens, machte in seinem Statement klar, wem seine Unterstützung bei der Bundestagswahl gehört: Schröder und der SPD. Die junge Thüringer Autorin Kerstin Jentzsch, die sich mit drei Bänden zum Wiedervereinigungsprozess hervorgetan hat, nutze die Gelegenheit, um einen regelmäßigen Kulturbericht der Bundesregierung zu fordern.

Manfed Stolpe lobte in seiner Rede den Beitrag der Bundesregierung beim Bewältigung der Hochwasserkatastrophe. Hier habe sich gezeigt, dass Deutschland zusammensteht. Die Hilfsbereitschaft der Menschen wertete er als ein Signal für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Kein Verständnis hatte Stolpe für das Hick-Hack der CSU/CDU, die ankündigen, dass sie erst die Bemühung der Bundesregierung unterstützen, dann aber alles wieder rückgängig machen wollen.

Gerhard Schröder ging in seiner 40-minütigen Rede auf zahlreiche Themen der Zeit ein. Neben dem Hochwasser standen der Arbeitsmarkt, Bildung und Frieden im Mittelpunkt seiner Ausführungen. Während die Union alles schlecht redet, hat die SPD ein klares Konzept, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen.

Auch beim Thema Bildung stellte er die Unterschiede zu den Konservativen heraus: Sein Ziel ist es, dass Bildung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen darf, sondern nur von dem, was einer im Kopf hat. In diesem Zusammnehang kam Schröder auch auf das Wort vom „deutschen Weg“ zu sprechen. Er stellte klar, dass hiermit das Zusammendenken von wirtschaftlichem Erfolg und sozial gerechter Chanchengleichheit gemeint ist. Dies sei ein Grundanliegen der deutschen Sozialdemokratie.

Einen deutschen Militäreinsatz im Irak, wie er zur Zeit diskuiert wird, lehnte der Kanzler ab. Deutschland stehe zu seinen Verbündeten, werde aber nicht von den Prinzipien der Vereinten Nationen abweichen. Es gehe zurzeit darum, die UNO-Inspektoren in den Irak zu bekommen und nicht um die Absetzung Husseins. Gerade in so einer instabilien Region wie dem Nahen Osten kann ein Militäreinsatz verheerende Folgen haben.

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