Jenaer Graffiti-Wettbewerb stößt auf Kritik

Zu dem von Minister Andreas Trautvetter (CDU) angekündigte Graffiti-Wettbewerb an der neuen Jenaer Autobahnbrücke sagte der Jenaer Landtagsabgeordnete Christoph Matschie:

„Ich halte das Projekt für äußerst fragwürdig. Ich habe das Gefühl, dass dies viele Bürger auch so sehen. Die Gremien der Stadt Jena sind nicht einbezogen worden. Der Denkmalschutz wird ignoriert. Die Art und Weise, wie Minister Trautvetter vorgeht, kann nur als selbstherrlich bezeichnet werden.

Völlig unverständlich ist mir, weshalb die zuständigen städtischen Gremien nicht einbezogen werden. Im Stadtentwicklungsausschuss gab es keinen Beschluss, der Ortschaftsrat wurde nicht gefragt, das Ordnungsamt ist in die Planungen nicht einbezogen worden. Hat Trautvetter etwa Angst, dass sie nicht zustimmen würden?

Man muss wissen, dass der Brückenneubau deshalb mit den teureren Rundbögen erfolgt ist, weil es der Denkmalschutz so forderte. Eine Brücke mit einfachen Pfeilern wäre wesentlich preiswerter gewesen. Ziel war es, das Erscheinungsbild der alten geschützten Brücke nicht zu beschädigen. Diese Entscheidung halte ich auch für nachvollziehbar. Und genau deshalb ist es völlig unverständlich, dass Trautvetter nun plötzlich den Denkmalschutz ignorieren will. Denn es gibt für jedes Denkmal auch einen Umgebungsschutz. Das kann auch ein Minister nicht ignorieren.

Unterm Strich ist das Vorgehen des Ministers nicht hinnehmbar. Ich werde das Thema in den Thüringer Landtag bringen. Dort soll der Minister Stellung beziehen und sein selbstherrliches Verhalten erklären.“

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