„Ab jetzt gilt: Die SPD hält zusammen. Alle haben dieses Ergebnis zu respektieren.“

Der Thüringer SPD-Partei- und Fraktionschef Christoph Matschie ist Spitzenkandidat der Sozialdemokraten für die Landtagswahl 2009. Bei der Urwahl am Sonntag setzte sich der 46-Jährige mit 71,5 Prozent der Stimmen klar gegen seinen Herausforderer Richard Dewes durch. Gleich nach Bekanntwerden des vorläufigen Endergebnisses sprach Freies Wort mit dem Wahlsieger.

Herzlichen Glückwunsch, Herr Matschie! Wie bewerten Sie das Ergebnis?

Christoph Matschie: Es ist einfach sensationell. Mit dieser Breite der Zustimmung hatte ich zuvor nicht gerechnet. Auch die sehr hohe Wahlbeteiligung ist hervorragend. Die Mitglieder haben damit eindeutig klar gemacht, wer jetzt der Chef im Ring ist. Somit wird die Landtagswahl also eine Entscheidung Matschie oder Althaus.

Glauben Sie, dass mit diesem eindeutigen Votum der Thüringer SPD-Mitglieder auch die Spaltung der Partei im Freistaat überwunden sein wird?

Matschie: Das Ergebnis ist eindeutig und ich erwarte, dass es respektiert wird, damit wir uns endlich wieder den Problemen im Land zuwenden können. Es gibt einen Aufruf einer Mehrzahl der Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten, vieler Bürgermeister und Bundestagsabgeordneter, die sich dafür aussprechen, den Thüringer Landesvorstand der SPD neu zu wählen. Ich glaube es ist richtig, jetzt insgesamt einen Neustart für die SPD in Thüringen anzugehen, damit wir für die kommenden Aufgaben gut aufgestellt sind.

Was werden die Schwerpunkte für die kommenden Monate bis zur Landtagswahl sein?

Matschie: Es gibt einige drückende Probleme im Land. So wollen wir die hohe Abwanderung aus Thüringen eindämmen. Dazu gilt es, den Menschen hier Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen. Die jungen Leute brauchen vor allem gute Bildungschancen. Die Kinder müssen künftig länger gemeinsam in der Schule lernen können und sollen nicht schon wie bisher nach der 4. Klasse nach Schularten sortiert werden. Wir müssen für die Zukunft eine bessere Familienpolitik hinbekommen und mehr in Kindergärten investieren. Auch die Bedingungen für die Älteren wollen wir verbessern. Viele müssen mit niedrigen Renten leben. Für all diese Fragen müssen wir neue Lösungen finden.

Quelle: » Freies Wort
» Details zur Urwahl

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