Althaus soll Zahlenmaterial auf den Tisch legen

Die von Dieter Althaus gestern veröffentlichen Umfrageergebnisse des neuen Thüringen Monitors lassen viele Fragen offen.

Entgegen der üblichen Praxis den Thüringenmonitor im Parlament vorzustellen, wählte der Ministerpräsident diesmal den Weg des Wahlkämpfers. Die aus Steuermitteln in Auftrag gegeben Umfrage sollte allen Parteien zugänglich sein.

?Das von Althaus gezeichnete Meinungsbild, bedarf einer kritischen Überprüfung? sagte der SPD Landesgeschäftsführer Jens Hartung in Reaktion auf die gestrige Veröffentlichung von ersten Umfragen für den Thüringenmonitor 2005 durch den Ministerpräsidenten. Noch im letzten Jahr gab es anspruchsvolle Erwartungen der Thüringer und Thüringerinnen an den Staat. 2004 hieß es im Thüringenmonitor:
?Klare Mehrheiten schreiben dem Staat eine große oder gar sehr große Verantwortlichkeit für die Deckung der Behandlungskosten bei Krankheit (57 Prozent), bei der Pflege alter Menschen (71 Prozent) und auch bei der Schaffung von Arbeitsplätzen (68 Prozent) zu; dazu kommt eine besondere Verantwortung für die Stabilität der Renten (76 Prozent) und die Bildung (82 Prozent).? Weiter hieß es: ?Ganz abstrakt sind die Bürger für mehr Eigenverantwortung und weniger Staat, aber bei konkreten Bereichen sehen sie doch den Staat in der Verantwortung.?

Jens Hartung dazu: ?Wenn Althaus schon Wahlkampf mit steuerfinanzierten Umfragen macht, dann sollte er den Weg der Seriosität nicht verlassen. Bisher war es selbstverständlich, dass vor der Veröffentlichung der Zahlen eine wissenschaftliche Bewertung der Daten vorgenommen wurde. Erst nach der Vorstellung des Thüringenmonitors durch die Wissenschaftler und der dazugehörigen Diskussion im Parlament ist eine fundierte Bewertung der Ergebnisse zulässig. Wenn dieses Verfahren nicht mehr gilt, dann soll Althaus die Zahlen jetzt für alle zugänglich machen?.

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