Die Thüringer SPD erinnert an 67. Todestag von Rudolf Breitscheid


Ottomar Rothmann während siner dedenkenden Worte

Die Thüringer Sozialdemokraten haben heute mit einer Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Buchenwald an den früheren preußischen Innenminister und Vorsitzenden der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Rudolf Breitscheid erinnert.

Zur Veranstaltung sprachen der ehemalige Häftling Ottomar Rothmann, die stellvertretende Landesvorsitzende der SPD Thüringen und Thüringer Sozialministerin Heike Taubert, Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf und der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider Gedenkworte.

Heike Taubert betonte in ihrer Rede, dass Breitscheid stets mit Wort und Tat für Freiheit und Demokratie gekämpft habe und dies auch heute notwendig sei: „Der Fortbestand unserer Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Er ist offenen Gefahren ausgesetzt. Wir brauchen auch in unseren Zeiten Menschen, die wie Rudolf Breitscheid bereit sind, für die Demokratie zu werben, für sie zu streiten, sie zu verteidigen – Tag für Tag“, so Heike Taubert.
Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende betonte, das die Demokratie es wert sei, sich aktiv für sie einzusetzen: „Demokratie war nie bequem und wird es auch nicht werden. Das Ringen um Kompromisse bleibt. Aber es ist besser, eine Wahl zu haben, als vor die Wahl gestellt zu werden.“

Politische Lebensdaten von Rudolf Breitscheid
2.11.1874 Rudolf Breitscheid wird als Sohn des Buchhändlers Wilhelm Breitscheid und dessen Frau Wilhelmine in Köln geboren
1894-1898 Studium der Nationalökonomie in Marburg und München
1903 Eintritt in die linksliberale Freisinnige Vereinigung
1908 Gründung der Demokratischen Vereinigung
1912 Eintritt in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands
1916 Chefredakteur „Sozialistische Auslandspolitik“
1917 Übertritt zur USPD
1918-1922 Chefredakteur „Der Sozialist“
1918/1919 Preußischer Innenminister
ab 1920 Mitglied des Reichstages und außenpolitische Sprecher
1926 Mitglied der deutschen Delegation beim Völkerbund
1928 Vorsitzender der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion
1931 Wahl in den Parteivorstand der SPD
1933 Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Flucht über die Schweiz nach Frankreich und hier aktiv in verschiedenen Vereinigungen deutscher Emigranten
1940 nach der Besetzung Paris‘ Flucht nach Marseille
1941 Auslieferung durch die Vichy-Regierung und Inhaftierung im Gestapo-Gefängnis in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße
1942 Inhaftierung mit seiner Frau im KZ Sachsenhausen
1943 Überführung ins KZ Buchenwald
24.8.1944 Rudolf Breitscheid stirbt bei einem Luftangriff auf Buchenwald

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