Machnig für Nutzung der Windkraftpotentiale Thüringens

Thüringen hat Reserven in der Nutzung regenerativer Energien. In einem Namensbeitrag in der heutigen TA und OTZ wirbt SPD-Wirtschaftsminister Matthias Machnig für Nutzung der Thüringer Potenziale. Dass die im Bereich der Windkraft besonders groß sind, bestätigen alle Experten. Der Artikel im Wortlaut:

Frischer Wind für Thüringen
Von Matthias Machnig, Thüringer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

Die Energiewende braucht alle erneuerbaren Energien. Allerdings: Wind ist der Energieträger mit den höchsten Ausbaupotentialen in Thüringen. Das zeigt der aktuelle Potentialatlas des Thüringer Wirtschaftsministeriums. Wenn wir es also ernst meinen mit der Energiewende in Thüringen, dann ist die Windkraft unverzichtbar.

Heißt das, dass ganz Thüringen mit Windrädern „zugepflastert“ wird, wie Kritiker meinen? Das heißt es keinesfalls. Bereits durch optimale Nutzung der bestehenden Vorrangflächen und den Ersatz älterer durch moderne Windkraftanlagen – das sog. Repowering – kann der Anteil der Windenergie am Stromverbrauch von derzeit gut neun auf 22 Prozent gesteigert werden. Dafür ist kein Quadratmeter Landesfläche mehr nötig als jetzt schon ausgewiesen ist – also eine Fläche von etwa 0,3 Prozent. D.h. 99,7 Prozent des Landes bleiben unberührt.

Wir könnten natürlich auch etwas ambitionierter an die Sache herangehen, indem wir etwa ein Prozent der Landesfläche für die Windkraftnutzung zur Verfügung stellen. Dann könnten wir laut Potentialstudie künftig sogar zwei Drittel unseres Stromverbrauchs aus Windkraft decken. Und das, ohne Naturschutzgebiete, Agrarflächen und Kulturgebiete zu beeinträchtigen. Bei keinem anderen regenerativen Energieträger verfügt Thüringen derzeit über ähnliche große, unausgeschöpfte und zugleich kostengünstig zu erschließende Potentiale.

Wie sie sich nutzen lassen, machen uns derzeit aber die anderen Bundesländer vor: In Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein werden bereits mehr als 40 Prozent des Strombedarfs aus Windkraft erzeugt – in Thüringen knapp 12 Prozent. Nach der installierten Leistung liegt Thüringen bundesweit nur auf Rang 9, hinter allen neuen Ländern. Spitzenreiter ist hier übrigens Niedersachsen, das mit rund 30.000 Beschäftigten in der Produktion und Wartung von Windanlagen auch ökonomisch sehr stark profitiert. Zum Vergleich: Thüringen schneidet mit gerade 1.500 von bundesweit 96.000 Beschäftigten eher schlecht ab. Nur das Saarland und Bremen haben noch weniger Arbeitsplätze in der Windkraft-Branche.

Windkraft bedeutet zusätzliche Arbeitsplätze, Einnahmen aus Einspeisevergütung, Pacht und Gewerbesteuern für Kommunen, Betreiber und Landwirte, im vielen Investitionsmodellen bietet sie auch sicheren und preisgünstigen Strombezug für Anwohner. Diese Vorteile sollten wir auch in Thüringen nutzen. Dafür braucht es eigentlich nur zweierlei: Planungssicherheit für Investoren durch eine vernünftige Regionalplanung und unbürokratische Genehmigungsverfahren – sowie eine aktive Unterstützung durch Landespolitik und Regionen. Die Thüringer selbst sind jedenfalls dazu bereit: In einer aktuellen Umfrage haben sich 68 Prozent für die Nutzung der Windenergie ausgesprochen. Das zeigt: In Thüringen weht ein frischer Wind.

Schreibe einen Kommentar