Matschie erinnert an Gründung der SDP in der DDR: Sozialdemokratie hat ihre Wurzeln in der Bürgerbewegung

„Die Gründung der SDP in der DDR am 7. Oktober 1989 war das Zusammengehen der Bürgerbewegung mit den Traditionen der Sozialdemokratie. Obwohl sie auf keine bestehenden Strukturen zurückgreifen konnte, entstand daraus eine Partei, die sich in den vergangenen 22 Jahren im Osten Deutschlands fest verwurzelt hat.“ Das unterstreicht der Thüringer SPD-Landeschef Christoph Matschie zum Jahrestag der Gründung der SDP in der DDR.

„Wir sind den 43 Frauen und Männern von Schwante Dank für ihren Mut schuldig, und wir müssen uns immer wieder auf die Wurzeln dieser Gründung berufen. Die heutige SPD tut gut daran, sich wieder stärker der Tradition der Bürgerbewegung zu erinnern“, so Matschie.
Die Interessen der Bürger mit dem Gedanken der sozialen Gerechtigkeit zu verbinden sei ein Ziel, dass die SPD in den neuen Bundesländern am glaubwürdigsten vertrete. „Neue gesellschaftliche Bewegungen, wie beispielsweise die Piratenpartei, beziehen sich zwar auch auf die Freiheitsrechte des Einzelnen, sie verlieren dabei aber das Gemeinwohl und die für eine funktionierende Gesellschaft notwendige Solidarität aus den Augen. Was nützt der beste Instrumentenkasten zur Bürgerbeteiligung, wenn soziale Teilhabe nicht gegeben ist“, so Matschie.
Bürgerbeteiligung dürfe nicht zu einem Eliteninstrument werden, sondern müsse in der Gesellschaft Jeden einbeziehen. Sie könne nur gelingen, wenn die sozialen Rahmenbedingungen stimmten. „Gute Arbeit und ein gesetzlicher Mindestlohn, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gerechte Bildungschancen und ein intaktes soziales Umfeld sind Grundvoraussetzungen für eine echte Bürgerbeteiligung, die auch jenen offenstehen muss, die wirtschaftlich oder sozial benachteiligt sind. Das vertritt die ostdeutsche SPD mit ihren Traditionslinien der Bürgerbewegung von 1989 und den klassischen Werten der Sozialdemokratie wie keine andere Partei“, so der SPD-Chef.

Hintergrund:
Am 7. Oktober 1989 gründeten 43 Frauen und Männer im märkischen Dörfchen Schwante (bei Oranienburg) die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP). Unter den Gründern war auch der langjährige Greizer Landtagsabgeordnete Harald Seidel. Der Gründung war im August ein Aufruf zur Gründung einer sozialdemokratischen Partei vorausgegangen. Am 27. Januar 1990 gründete sich mit dem Landesverband Thüringen der erste Landesverband der SPD in der DDR. Am 26. September 1990 vereinigten sich die beiden sozialdemokratischen Parteien aus Ost und West in Berlin zur wiedervereinigten SPD.

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