Matschie fordert konsequente Reform der Schulstruktur

Als weiteren Beleg für die soziale Ungerechtigkeit des gegliederten Schulwesens in Deutschland bewertet Christoph Matschie die Ergebnisse der jetzt vorgestellten internationalen Schulleistungsstudie IGLU 2006. Darin wird wie schon bei der ersten IGLU-Untersuchung 2001 festgestellt, dass ein Kind mit Eltern aus höheren Bildungs- und Einkommensschichten bei gleichem schulischem Kompetenzniveau eine mehr als zweieinhalbmal so große Chance hat, ein Gymnasium zu besuchen wie das Kind eines Arbeiter.

„Dieser Befund ist erschreckend“, sagt Matschie. Noch wichtiger erscheine ihm, dass sich seit der ersten IGLU-Studie 2001 kein Trend für eine höhere soziale Gerechtigkeit des deutschen Schulsystems erkennen lasse. „Das zeigt eindeutig, dass wir mit bloßem Herumdoktern am gegliederten Schulwesen nicht weiter kommen“, so Matschie weiter.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende fordert daher eine konsequente Reform der Schulstrukturen und die Einführung längeren gemeinsamen Lernens in Deutschland. Integrative Schulsysteme hätten sich in allen bisherigen internationalen Vergleichen gegenüber dem gegliederten Schulwesen nicht allein als sozial wesentlich gerechter, sondern auch als deutlich leistungsfähiger erwiesen. Das zeige nicht zuletzt die aktuelle IGLU-Studie. Dort erreichten die deutschen Grundschüler im internationalen Vergleich einen sehr guten elften Platz. „Das ist ein eindeutiger Beweis für die Leistungsfähigkeit der deutschen Grundschule, an der alle Schüler gemeinsam lernen“, sagt Matschie. Er frage sich deshalb, warum das an der Grundschule erfolgreich praktizierte integrative Lernen nicht auch nach Klasse 4 fortgeführt werden könne.

„Die Thüringer SPD steht für längeres gemeinsames Lernen bis mindestens Klasse 8 und wird dies 2009 in Thüringen auch einführen“, sagt Matschie.

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