PISA-Studie erneuten Beleg für Bildungsungerechtigkeit

Die Abschaffung einer Schulstruktur, die Kinder schon nach der 4. Klasse sortiert, fordert SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Matschie. „Es ist eine schreiende Ungerechtigkeit, dass Kinder aus armen Familien in Deutschland weitaus schlechtere Chancen haben ein Gymnasium zu besuchen, als Kinder aus besser gestellten Familien“, sagt Matschie und verweist auf die heute veröffentlichten Ergebnisse der PISA 2006-Studie.

Danach hänge der schulische Erfolg der Kinder in Deutschland sehr viel stärker vom wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Status der Eltern ab als in anderen OECD-Ländern. Dass sich daran seit der ersten PISA-Studie im Jahr 2000 nichts Wesentliches geändert habe, bezeichnete Matschie als alarmierend.

Es habe sich außerdem erwiesen, dass Länder, wo länger gemeinsam gelernt werde, leistungsfähiger im PISA-Ranking sind. „Nach wie vor erbringen finnische Schüler in allen Teilbereichen bessere Leistungen als deutsche Schüler“, so Matschie.

Dass Thüringens Kultusminister Goebel dennoch keine Notwendigkeit sehe, das Thüringer Schulsystem grundlegend zu reformieren, kritisiert Matschie deshalb scharf. „Goebel redet sich die Welt wider besseren Wissens schön“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Matschie spricht sich deshalb für die Abschaffung des gegliederten Schulsystems aus und fordert stattdessen erneut, Kinder mindestens acht Jahre gemeinsam lernen zu lassen. „Wir sind es den Kindern schuldig, ihnen einen fairen Start in den Beruf und damit in ihre Zukunft zu ermöglichen“, so der Fraktionsvorsitzende.

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