Matschie kritisiert neueste Europa-Thesen von Thilo Sarrazin: „Er verwechselt Ursache und Wirkung“

Mit Kritik reagiert der Landesvorsitzende der SPD Thüringen, Christoph Matschie, auf die neuesten Thesen von Thilo Sarrazin.

„Was Sarrazin da herauslässt, bedient vor allem Ressentiments. Mit der Realität von Europa hat es wenig zu tun.“ Matschie hält die These, dass Europa den Euro nicht brauche, für „geschichtsvergessen“. Niemand könne übersehen, dass die Schuldenkrise Probleme für einzelne europäische Volkswirtschaften und die Währungsstabilität gebracht habe. „Doch daraus den Schluss zu ziehen, dass der Euro wieder eingestampft wird, zeigt doch nur: Sarrazin versucht einseitig zuzuspitzen und vertauscht dazu Ursache und Wirkung. Das ist erstaunlich für jemanden, der einmal im Vorstand der Deutschen Bundesbank gesessen hat.“

Für Matschie ist Europa in erster Linie eine Wertegemeinschaft und eine soziale Gemeinschaft. Dass seit fast 70 Jahren Frieden herrsche auf dem Kontinent sei ein Verdienst der europäischen Einigung. „Dass sich unsere Länder eine gemeinsame Währung gegeben haben, ist eine Konsequenz daraus. Sie ermöglicht den Bürgern Freizügigkeit und den Volkswirtschaften einen gemeinsamen Wirtschaftsraum. Das ist ein wichtiges Pfund im globalen Wettbewerb gegen die stark wachsenden Märkte in Asien und Lateinamerika. Ohne Euro wären wir nicht annähernd so leistungsfähig, gerade auch eine auf Export orientierte Volkswirtschaft wie die deutsche“, unterstreicht Matschie.

Die Probleme des Euro seien auf die internationale Finanzkrise sowie die Schuldenkrise der europäischen Staaten zurückzuführen. Darauf hätten die Staaten einschließlich der deutschen Bundesregierung zu spät und nicht entschlossen genug reagiert. „Der Euro führt uns unsere Defizite vor Augen. Diese Defizite müssen wir abschaffen, nicht den Euro. Nur so herum wird ein Schuh draus“, fordert Matschie.

Schreibe einen Kommentar