Matschie würdigt August Bebel zu dessen 100. Todestag

SPD-Landeschef Christoph Matschie würdigt August Bebel anlässlich seines 100. Todestages am 13. August. „August Bebel hat gezeigt, dass Vision, Pragmatismus und Bodenständigkeit zusammengehören. Das hat er als Programmatiker genauso bewiesen wie als jemand, der die Sozialdemokratie durch schwierige Zeiten führte und sie immer wieder einte. Die SPD von heute ist stolz auf ihn.“ 

Bebel hatte zusammen mit Wilhelm Liebknecht 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei gegründet und wurde nach dem Ende des Sozialistengesetzes 1892 SPD-Vorsitzender. Gleichzeitig war Bebel als langjähriger Reichstagsabgeordneter einer der einflussreichsten Parlamentarier des Kaiserreichs. 

Matschie hebt Bebels Eintreten für die Gleichberechtigung der Frau hervor: „August Bebel ist nicht nur einer der Gründerväter der Sozialdemokratie, der mit den Parteitagen in Eisenach und Gotha bleibende Spuren auch in Thüringen hinterlassen hat, sondern er ist auch einer der vehementesten Vertreter der Gleichstellung von Frau und Mann. Im Rückblick gehört das zu seinen größten Verdiensten“, so der SPD-Landeschef.

Auch Bebels Engagement für Frieden und gegen Kolonialismus würdigt Matschie, vor allem, weil es zu seiner Zeit keine Selbstverständlichkeit gewesen sei. „Mit Bebels Eintreten für ein friedliches internationales Zusammenleben schließt sich in Bebels Todesjahr 1913 ein Kreis zu einem anderen großen Sozialdemokraten, der nur wenige Monate nach Bebels Tod geboren wurde und dessen 100. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern: Willy Brandt“, so Matschie. Im Mai hatte die SPD ihr 150. Gründungsjubiläum begangen.

 

Ausgewählte Lebensdaten August Bebels

1840
22. Februar: August Bebel wird als Sohn eines preußischen Unteroffiziers in Deutz bei Köln geboren.

1854-1857
Drechslerlehre und Arbeit als Geselle in Wetzlar. Anschließend Wanderjahre als Handwerksgeselle.

1863
Teilnahme am ersten Vereinstag Deutscher Arbeitervereine.

1864
Selbständiger Drechslermeister in Leipzig.

1865
Bebel wird Vorsitzender des Arbeiterbildungsvereins.

1866
Gemeinsam mit Liebknecht gründet Bebel die Sächsische Volkspartei, als deren Abgeordnete beide ein Jahr später in den Norddeutschen Reichstag gewählt werden.

1869
Bebel und Liebknecht gründen in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP).

1871
Bebel wird Mitglied des Deutschen Reichstags

1875
Bebel nimmt in Gotha am Vereinigungsparteitag der beiden großen Organisationen der deutschen Arbeiterbewegung – der SDAP und des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins von Lassalle – zur Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) teil.

1879
„Die Frau und der Sozialismus“, Bebels wichtigstes publizistisches Werk, erscheint illegal in Deutschland.

1891
Bebel ist maßgeblich an der Ausarbeitung des „Erfurter Programms“ beteiligt.

1892
Bebel wird in den Parteivorsitz gewählt.

1913
13. August: August Bebel stirbt in dem Schweizer Kurort Passugg an einem Herzleiden. An der Trauerfeier in Zürich nehmen Zehntausende von Menschen teil, darunter führende Vertreter sozialistischer Parteien aus zahlreichen Ländern.

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