„Nicht auf die Schwäche der NPD, sondern die Stärke der Zivilgesellschaft kommt es an“

Vor der direkten Gefahr des Einzugs rechtsextremer Parteien in die Kommunalparlamente suchten die Jusos Weimar/Weimarer Land gemeinsam mit rund 30 Bürgern Apoldas nach Lösungsstrategien im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Auf einer Informationsveranstaltung im Schloss Apolda warben sie dabei für mehr gesellschaftliche Aufklärung.

Trotz des aktuellen Finanzfiaskos der NPD und dem möglichen Zerfall genießt die Partei noch immer großen gesellschaftlichen Rückhalt. Oft auch im Verborgenen. Denn längst hat das rechtsextreme Gedankengut den Sprung in die Mitte der Gesellschaft geschafft, wie der Vortrag der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT) am Samstag bewies.

„Es ist wichtig, zu thematisieren, wie die Nazis organisiert sind und welche Gefahren von ihnen ausgehen“, erklärt Tobias Schläger, Mitglied der Jusos und Organisator der Veranstaltung. Die Jusos Weimar/ Weimarer Land und die SPD Weimarer Land sehen gerade in der Aufklärung der Bevölkerung eine wichtige Aufgabe im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Uwe Schubert, Mobile Beratung in Thüringen, wies darauf hin, dass auch das gemeinsame Vorgehen der demokratischen Parteien im Kampf gegen die NPD und die Organisationen gesellschaftlicher Unterstützung eine große Rolle spiele. „Nicht auf die Schwäche der NPD, sondern die Stärke der Zivilgesellschaft kommt es an“, so Schubert. Der Bundestagskandidat der SPD im Weimarer Land, Steffen Lemme, warb erneut für ein gesetzliches Verbot der NPD.

Einen der wichtigsten Bausteine im Kampf gegen die NPD im Weimarer Land stellt das Bündnis gegen Rechtsextremismus dar. Dirk Schütze, Vorsitzender des SPD Ortsvereins Apolda, wünscht sich neben einer weiterhin starken Bürgerbeteiligung im BgR auch eine bessere finanzielle Unterstützung. Mit Hilfe der politischen Nachbarn wolle die SPD unter anderem dafür sorgen, auf Veranstaltungen wie dem Fest der Toleranz, gerade junge Menschen zu erreichen. Am 8. Mai laden die demokratischen Parteien Apoldas, das BgR, der DGB und die DGB-Jugend Thüringen gemeinsam zu der Veranstaltung „Freiheit begreifen. Verantwortung leben.“, unter anderem mit einem Rundgang durch die jüdische Geschichte Apoldas, ein.

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