Zahlen der Diakonie beweisen: Landeserziehungsgeld benachteiligt vor allem arme Kinder

Mehr und bessere Bildungsangebote schon ab dem 1. Geburtstag von Kindern fordert SPD-Fraktionsvorsitzender Christoph Matschie. „Unsere Befürchtungen nach der Einführung des Landeserziehungsgeldes bestätigen sich jetzt erneut“, sagt Matschie mit Verweis auf eine heute veröffentlichte Erhebung der Diakonie Thüringen, wonach weniger Kinder aus armen Familien Kindertagesstätten besuchen.

„Der mit dem Thüringer Landeserziehungsgeld geschaffene finanzielle Anreiz, 2-3-jährige Kinder nicht in die Kindertagesstätte zu schicken, zeigt die von der CDU erwünschte Wirkung. Diese Kinder und ihre Familien werden auf unverantwortliche Art und Weise benachteiligt“, erklärt Matschie.

Bereits der vom Landesamt für Statistik benannte und bundesweit völlig untypische Rückgang um etwa 6 Prozent bei den 2 bis 3-jährigen gegenüber 2006 sei ein Warnsignal gewesen. Während die Landesregierung bisher immer bestritten habe, dass es sich dabei um Kinder aus ärmeren Familien handele, kämen nun durch die Träger immer mehr Fakten auf den Tisch. Das Landeserziehungsgeld in Thüringen zeige auf drastische Art und Weise die negativen Folgen des von der CDU auf Bundesebene geforderten Betreuungsgeldes. „Prämien für weniger frühkindliche Bildung benachteiligen arme Kinder“, so Matschie mit Verweis auf die Entwicklung in Thüringen.

„Die CDU sollte dieses Warnsignal sehr ernst nehmen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Statt weniger müsse mehr in die Kindertagesstätten investiert werden. „Es ist ein falscher und gefährlicher Weg, Kinder mit Hilfe von finanziellen Anreizen von einer qualifizierten Betreuung in den Kindertagesstätten abzukoppeln“, so Matschie.

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