Zukunft der Hochschulen in Ostdeutschland

Am Freitag trafen sich ostdeutsche SPD-Bildungspolitiker, um über die Zukuft der Hochschulfinanzierung zu sprechen. Eine Idee ist dabei, mehr Studenten aus dem Westen an die Universitäten der neuen Länder zu holen.

In den nächsten Jahren wird sich auf Grund der Geburtenentwicklung die Zahl der ostdeutschen Abiturienten etwa halbieren, während es in Westdeutschland zu einem Ansturm auf die schon jetzt überlasteten dortigen Hochschulen kommen wird, sagte der thüringische SPD-Landeschef Christoph Matschie am Freitag in Erfurt.

Diese vorhersehbare Schieflage müsse mit politischen Rahmenbedingungen abgefangen und ausgeglichen werden, sagte Matschie. Er sprach sich strikt gegen Studiengebühren aus. Es müsse aber ein Finanzierungsmodell geschaffen werden, nach dem das Herkunftsland der Studenten für die Kosten aufkomme. Dies wäre eine attraktive Lösung für alle Bundesländer. Die Entwicklung der Hochschulen bezeichnete Matschie als eine Schicksalsfrage für die Entwicklung der neuen Bundesländer.

Thüringens SPD-Landeschef Christoph Matschie: Ohne ein solches Ausgleichssystem ist man gar nicht in der Lage, die zusätzlichen Studienkapazitäten in dieser Geschwindigkeit auszubauen. Hier in Ostdeutschland haben wir vorhandene Kapazitäten, die wir nutzen können dafür, aber für die wir auch eine dauerhaft tragfähige Finanzierung brauchen.

Dass derzeit der Anteil an westdeutschen Studenten in den neuen Ländern gerade mal bei drei Prozent liegt, darf nach Ansicht von Matschie nicht so bleiben. Hier sei eine massive Werbekampagne nötig:

„Wir müssen dafür sorgen, durch politische Rahmenbedingungen, dass darüber hinaus die sozialen Bedingungen stimmen, dass zum Beispiel klar ist, hier werden keine Studiengebühren bezahlt, dass klar ist, hier kann man Studium und Familie gut miteinander vereinbaren, weil wir eine gute Kinderkrippen- und Kindergarten-Infrastruktur haben. Hier sind die Lebenshaltungskosten niedriger, weil es ein gutes Wohnheimangebot gibt und das Wohnen billiger ist.“

Quelle: Deutschlandradio

Schreibe einen Kommentar