Bildung der Kinder geht alle etwas an – Vorträge zum Thüringer Bildungsplan im Apoldaer Schloss

Mehr als 70 interessierte Pädagogen, Eltern, Träger von freien –und kommunalen Kindergärten und den Schulen des Weimarer Landes, der Stadt Apolda und Weimar kamen am Dienstag trotz des schönen Wetters und der Fußball- Europameisterschaft ins Apoldaer Schloss. Dies war um so erfreulicher, da die vielen Pädagogen und Eltern zeigten, dass Sie sich auch nach der in Apolda geführten Diskussion um die Schließung von Schulen und Kindergärten ihrer Verantwortung für die Kinder stellen und dieser auch gerecht werden wollen, und dies ist gut so.

Im ersten Beitrag von Professor Dr. Merten wurde immer wieder verdeutlicht, welche Bedeutung dem Bildungsplan aus der Sicht des Kindes beizumessen ist. Er zeigte auf, dass der Bildungsprozess offen ist und nicht Entwicklungsstände zeitlich festgeschrieben werden dürfen. Jedes Kind setzt sich auf seine Weise mit der Welt auseinander. Um diese Erkenntnis und die dafür notwendige Sensibilisierung der Anwesenden hatten sich die erziehungswissenschaftlichen Fachvorträge gestaltet. Ob zum Bildungsverständnis, den individuellen Unterschieden und der sozialen Vielfalt der Bildungskulturen oder der Gestaltung von Übergängen bis hin zu den Erziehungspartnerschaften, jeder Bereich wurde beleuchtet. So blieb es aber auch nicht aus, dass immer wieder mit Beispielen auf die basalen, elementaren und primaren Bildungsprozesse eingegangen wurde. Frau Professor Dr. Sasse referierte dann über den von den Anwesenden zum Jahresanfang gewünschten Bildungswissenschaftlichen Teil- Erwerb von Sprache- und Schriftsprache. Hier wurde ausgehend von der geschichtlichen Entwicklung der Schriftsprache immer wieder der Zusammenhang mit der Sprachentwicklung des Menschen aufgezeigt. Dabei wurde auch auf praktische Beispiele eingegangen, wie mit Kindern bis 10 Jahren der Prozess von Sprach- und Schriftsprachentwicklung gestaltet werden kann. Sehr anschaulich wurden die Prozesse des Schriftspracherwerbs dargestellt. Nach der fast zweistündigen Veranstaltung, die vor allem durch ein hohes Maß an Konzentration und viel Engagement aller Beteiligter gekennzeichnet war, waren sich die Teilnehmer einig.
  • 1. Der Einstieg in die Auseinandersetzung mit der Erprobungsfassung zum Bildungsplan bis 10 Jahre war gelungen.
  • 2. Die Wahl des Themas für die heutige Veranstaltung war richtig und die Referate dazu sehr gut.
  • 3. Es sollte bereits jetzt schon mit der Erstellung des Bildungsplanes über die 10 Jahre hinaus begonnen werden.
  • 4. Man wünscht sich jetzt wieder Zeit, um sich tiefer in den 3. Teil des Bildungsplanes einlesen zu können und sich gleichzeitig mit den Inhalten aus den Bildungsbereichen zu befassen und in praktische Anwendung zu bringen.
  • 5. Es sollte eine weitere Veranstaltung in Apolda geben, die sich dann mit dem Pädagogischen Qualitätsmanagement befasst.
Wir wissen, dass wir mit solchen Veranstaltungen helfen, allen Verantwortlichen, die für die Bildung und Erziehung zuständig sind, dass Rüstzeug in die Hand zu geben, um sich für diesen Bereich stark zu machen und zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen. Dies kam nicht nur durch den Beifall am Ende der Veranstaltung zum Ausdruck.

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