Erfahrung, Tradition und Grundwerte verpflichten uns

Zum Jubiläum der deutschen Sozialdemokratie am 23. Mai 2003 erklärt Christoph Matschie, Landesvorsitzender der SPD Thüringen:

„Erneuerung hat bei uns Tradition. Unter diesem Motto feiern wir Sozialdemokraten unseren 140. Geburtstag. Fünf Generationen haben in unseren Reihen bereits daran mitgewirkt, Gegenwart und Zukunft zu gestalten.

Thüringen nimmt in diesen 140 Jahren einen wichtige Platz ein. Eisenach, Gotha, Erfurt ? hier liegen wichtige Stationen in der Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie, die ihren Ursprung in der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins 1863 hat.

An eine bewegte Geschichte konnte auch unser Landesverband im Januar 1990 anknüpfen.
Es waren Sozialdemokraten, die einen Thüringer Freistaat forderten, als unser Land noch in konservativer Kleinstaaterei gefesselt war. Sozialdemokraten haben in der Zeit der Weimarer Republik Thüringen auf den Weg zum Freistaat, zur Demokratie und zu einer modernen Landesverfassung geführt. Thüringer Sozialdemokraten mussten wie ganz Deutschland aber auch die Verfolgung und den Terror des Naziregimes erleiden. Die Phase, in der sie selbstbestimmt ? allen voran unser damaliger Landesvorsitzender Hermann Brill ? den Aufbau Thüringens nach dem II. Weltkrieg voranbringen konnten, war kurz. Es folgte die Zwangsvereinigung.

Die dann am 7. Oktober 1989 in Ostdeutschland wieder gegründete Sozialdemokratischen Partei hat die Wende und den Weg zur deutschen Einheit wesentlich mitgestaltet. Das gilt auch für den Aufbau in Thüringen.

Vor uns liegen weitere gewaltige Herausforderungen. Es geht um die Weiterentwicklung des Sozialstaates. Nur wenn wir heute die sozialen Sicherungssysteme auf die Anforderungen einer älter werdenden Gesellschaft und den weiter wachsenden internationalen Wettbewerbsdruck vorbereiten, kann auch morgen jeder sicher sein, dass sie funktionieren. Unsere historischen Erfahrungen, unsere freiheitlichen und sozialen Traditionen und unsere Grundwerte verpflichten uns dazu, diese Aufgabe in Angriff zu nehmen.“

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