Erinnerung an Aufruf am 26. August 1989 zur Gründung der SDP in der DDR

Christoph Matschie, Ministerpräsidentenkandidat der Thüringer SPD, erinnert an den Aufruf vom 26. August 1989 zur Gründung der Sozialdemokratischen Partei (SDP) in der DDR. Die SDP wurde später, am 7. Oktober 1989, in Schwante gegründet – ein Ereignis von historischer Tragweite.

„Es waren aufrechte Demokraten, die damals mutig gegen das DDR-System Veränderungen angehen wollten und mit der Gründung der SDP neue Wege gewagt haben“, sagt Christoph Matschie. Der Text, der am 26. August 1989 in der Berliner Golgathagemeinde als „Aufruf zur Gründung der SDP“ bei einem Seminar zum 200. Jahrestag der Bürger- und Menschenrechtserklärung der Französischen Revolution vorgestellt wurde, sei den Aktiven ein Ansporn zum Aufbruch gewesen.

Am 26. August 1989 in Berlin wurde für die formelle Gründung der SDP in der DDR der 7. Oktober 1989 festgelegt. An diesem Tag – parallel zu den offiziellen Feierlichkeiten anlässlich des 40. Jahrestags der DDR – kamen gut 40 Frauen und Männer zusammen, davon die meisten aus der evangelischen Kirche. Sie trafen sich im Gemeindesaal des Pfarrhauses in dem kleinen Dorf Schwante in der Nähe von Oranienburg. Keine Bürgerbewegung wollten sie gründen, sondern eine Partei, die einen wirklichen demokratischen Ansatz verfolgte, um tatsächlich die alleinige Vorherrschaft der SED zu beenden. Die Gründung der SDP wurde zu einem wichtigen und verbleibenden Ereignis im Herbst 1989.

In der Folge gründeten sich DDR-weit in vielen Orten Initiativ- und Basisgruppen. Überall erwachte der sozialdemokratische Gedanke neu. Christoph Matschie hat in der zweiten Oktoberwoche 1989 das erste Büro der Sozialdemokratie für Thüringen in Jena eröffnet. Nach dem Fall der Mauer begannen am 7. Dezember 1989 die Verhandlungen am „Runden Tisch“. Christoph Matschie vertrat dabei die neu gegründete Partei.

Am 27. Januar 1990 wurde der SPD-Landesverband Thüringen im historischen „Tivoli“ in Gotha gegründet. Willy Brandt sprach an diesem Tag zu 50.000 Menschen auf dem Gothaer Hauptmarkt und zu 30.000 Menschen auf dem Marktplatz in Eisenach.

Christoph Matschie ruft die Thüringer zum 30. August auf: „Wir haben uns vor zwanzig Jahren gemeinsam Demokratie und freie Wahlen erkämpft. Gerade die Erinnerung an den Herbst 1989 muss für uns Motivation sein, am kommenden Sonntag unser Wahlrecht wahrzunehmen und über die Zukunft Thüringens mit zu entscheiden.“

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