Gegen das Kaputt-Sparen des Wissenschaftsstandortes Thüringen

Landesregierung soll Verbundforschung aufstocken und neues Bundesförderprogramm für Ost-Bundesländer flankieren

Als ein „Kaputt-Sparen des Wissenschaftsstandortes Thüringen“ wertet der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Christoph Matschie, die im Landeshaushalt 2005 vollzogenen Kürzungen in der Verbundforschung. Er forderte die Thüringer Landesregierung auf, die Mittel für die gemeinsame Forschung von Hochschulen, außeruniversitären Einrichtungen und Unternehmen umgehend aufzustocken.

„Das Land muss endlich angemessen in Thüringens Zukunft und die wirtschaftliche Leistungskraft investieren“, forderte Matschie und begrüßte das jetzt von der Bundesregierung beschlossene Forschungsprogramm „InnoProfile“. Mit insgesamt 150 Millionen Euro will der Bund bis zum Jahr 2012 in den neuen Bundesländern junge Wissenschaftler und Unternehmen bei der Entwicklung technologischer Produkte fördern.

Thüringens Verbundforschung leidet seit Jahren unter drastischen Streichungen der Landesfördermittel. 1999 standen ihr noch 33,1 Millionen Euro zur Verfügung, im Haushaltsjahr 2004 waren es lediglich 12,1 Millionen Euro. Im Etat 2005 wurde die Verbundforschung um weitere 1,4 Millionen Euro gekürzt.

Matschie kritisierte außerdem, dass die Landesregierung in Sachen Forschungsförderung im eklatanten Widerspruch zu der von ihr Anfang 2004 selbst eingesetzten Expertenkommission „Wissenschaftsland Thüringen“ handelt. Das Gremium hatte die Landesregierung in einem im März 2004 veröffentlichten Gutachten aufgefordert, die Mittel für die Verbundforschung nachhaltig zu erhöhen, um nicht die wissenschaftliche und ökonomische Leistungsfähigkeit Thüringens zu gefährden.

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