Gegen Scheinpraktika und Ausbeutung junger Absolventen

Für viele junge Menschen in Thüringen führt der Berufseinstieg nach ihrer Ausbildung über lange Praktika, die sie kaum oder gar nicht entlohnt bekommen. „Dieser Zustand ist für die Betroffenen oft Ausbeutung pur. Angesichts der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt werden viele Absolventen schamlos ausgenutzt“, kritisiert Christoph Matschie.

Dieser Zustand müsse sich zu Gunsten der betroffenen Absolventen und auch angesichts des absehbaren Mangels an Fachkräften schnellstens ändern.

Die Thüringer Landesregierung soll in der Plenarsitzung im Februar Bericht erstatten über die Situation junger Hochschulabsolventen. Es müsse Klarheit geschaffen werden über die Zahl betroffener Praktikanten und den Umfang ihrer Probleme beim Berufseinstieg. Die Debatte über faire Praktika wird die SPD-Fraktion mit der Forderung an die Thüringer Landesregierung verknüpfen, auf die Kampagne „Fair Company“ aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit der Thüringer Wirtschaft soll die Landesregierung für gute Praktika-Bedingungen werben.

Für Christoph Matschie ist ein korrekter Umgang mit jungen Hochschulabsolventen auch mit Blick auf die Fachkräftesituation wichtig: „Gute Leute brauchen gute Arbeitsbedingungen und eine ordentliche Entlohnung. Praktika zum Hineinschnuppern und Lernen sind als Einstieg okay, darüber hinaus müssen reguläre Stellen geschaffen werden.“

„Fair Company“ ist eine Initiative des Job- und Wirtschaftsmagazins „Karriere“ unter Schirmherrschaft des Bundesarbeitsministeriums. Die Initiative vergibt das Gütesiegel „Fair Company“ an Unternehmen, die gute Praktikumsbedingungen bieten, dafür werben und danach handeln. Die Zahl der Mitglieder liegt nach Angaben der Initiatoren bei rund 900.

» Internetseite von „Fair Company“

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