Hochschul-Ranking kein Ruhmesblatt für Thüringen

„Kein Grund zur Selbstzufriedenheit in der Wissenschafts- und Hochschulpolitik der Landesregierung“ sieht der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Matschie, im Abschneiden Thüringens beim aktuellen Länderranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE).

Noch im vergangenen Jahr hatte der Freistaat beim Ländervergleich Platz 1 belegt, in diesem Jahr ist er auf Platz 4 zurückgefallen. Dass Thüringen überhaupt noch zur Länder-Spitzengruppe zähle, verdanke es allein seinen Spitzenplätzen bei Studiendauer und Zufriedenheit der Studierenden.

Bei der Forschung sei Thüringen dagegen vom 10. auf den 12. Rang abgerutscht. Auch bei den vom CHE in diesem Jahr besonders in den Blick genommenen Bereichen Geisteswissenschaften und Ingenieurwissenschaften falle Thüringens Leistungsbilanz negativ aus.

Bei den Geisteswissenschaften sei das Land von Platz 1 auf 11 regelrecht abgestürzt, bei den Ingenieurwissenschaften habe sich Thüringen von Rang 4 auf 7 verschlechtert.

„Die zum Teil erschreckenden Befunde zeigen, dass die Landesregierung in Sachen Wissenschafts- und Hochschulpolitik endlich umsteuern muss“, forderte Matschie weiter. Es dürfe keine weiteren Kürzungen bei der Forschungsförderung geben. Die seit Jahren anhaltende massive Kürzung von Forschungsfördermitteln habe dazu geführt, dass das einst erfolgreiche Landesförderprogramm zur Verbundforschung heute vor dem Aus stehe. „Das CHE-Länderranking macht deutlich, wohin diese Rotstift-Politik den Forschungsstandort Thüringen führt“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Matschie prognostizierte zudem, dass die im Hochschulpakt geregelte unzureichende Finanzausstattung der Hochschulen zwangsläufig negative Auswirkungen auf die Betreuung der Studierenden und damit auch auf die durchschnittliche Studiendauer haben werde. „Wir müssen erreichen, dass Thüringen den Spitzenplatz bei der Studiendauer halten kann“, sagte Matschie. Er forderte, dass die Landesregierung den Hochschulpakt im Einvernehmen mit den Hochschulen unverzüglich nachbessern. Den Hochschulen müsse dabei zumindest die Abdeckung tarifvertraglich bedingter Personalkostenerhöhungen ermöglicht werden.

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