Landesprogramm Schulsozialarbeit startet im neuen Schuljahr

Die Voraussetzungen für den Start des „Landesprogramms Schulsozialarbeit“ sind gelegt. Wie die Thüringer Sozialministerin und stellvertretende SPD-Vorsitzende Heike Taubert mitteilte wird das Land ab dem Schuljahr 2013/2013 insgesamt 200 Stellen an Thüringer Schulen fördern. Die SPD setzt damit eines ihrer zentralen Wahlversprechen um.

Heike Taubert sagte in Erfurt: „Ich bin sehr froh, dass ich in langwierigen Verhandlungen das Landesprogramm durchsetzen konnte. Schulbezogene Jugendsozialarbeit als Angebot der Kinder- und Jugendhilfe ist ein eigenständiges Arbeitsfeld am Lern- und Lebensort Schule. Dieses muss eng verknüpft sein mit der Arbeit der Lehrkräfte vor Ort. Als professionelles sozialpädagogisches Angebot ergänzt und unterstützt Schulbezogene Jugendsozialarbeit den Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule. Mit dem Landesprogramm Schulsozialarbeit soll eine vom Land finanzierte Schulsozialarbeit insbesondere an den Thüringer Regelschulen und an den Berufsbildenden Schulen ausgebaut und insgesamt rund 200 Stellen gefördert werden. Zusätzlich wird eine Landeskoordination mit einer Stelle zur Begleitung des Projektes eingerichtet.“ Die Thüringer Sozialministerin verwies auf die Ziele des Landesprogramms, die in der Richtlinie festgeschrieben wurden: 1. Förderung der individuellen und sozialen Entwicklung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenslagen von Jungen und Mädchen. 2. Abbau und Vermeidung von sozialen Benachteiligungen und individuellen Beeinträchtigungen. 3. Beratung von Lehrkräften und Eltern, sozialpädagogische Sicht- und Handlungsweise in die Schule einbringen. 4. Verbesserung der Brückenfunktion zwischen den Sozialisationsinstanzen Jugendhilfe und Schule. 5. Junge Menschen vor gefährdenden Einflüssen schützen, zur Kritikfähigkeit, Eigenverantwortlichkeit, Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen zu befähigen. Heike Taubert sagte: „Im Haushaltsplan 2013/2014 sind Mittel in Höhe von 3 Millionen Euro für 2013 sowie insgesamt 10 Millionen Euro für 2014 für Maßnahmen der Schulsozialarbeit eingeplant. Damit können rund 200 Stellen gefördert werden. Für die Personalkosten der Schulsozialarbeiter wurden pro Stelle rund 45.000 Euro Personalkosten (E9 TV-L) und rund 5.000 Euro Sachkosten pro Stelle und Jahr angesetzt. Die Mittel werden wie jene der örtlichen Jugendförderung den Jugendämtern pauschal bewilligt. Die Jugendämter bewilligen sie den leistungserbringenden Trägern, in der Regel sind dies Träger der freien Jugendhilfe. Auch können die Jugendämter selbst als Leistungserbringer handeln.“ Hintergrund: Die Richtlinie zum Landesprogramm Schulsozialarbeit wurde unter Beteiligung einer extern besetzten Arbeitsgruppe erstellt. In der Arbeitsgruppe haben Vertreter des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kunst, der LIGA der freien Wohlfahrtspflege, des Städte- und Gemeindebundes sowie der Landkreise und kreisfreien Städte mitgearbeitet. Danach wurde ein Anhörungsverfahren durchgeführt, an dem nachfolgende Institutionen teilnahmen: Landesjugendhilfeausschuss, der Städte- und Gemeindebund, Thüringischer Landkreistag sowie die LIGA. Die Zustimmung des Thüringer Finanzministeriums, des Rechnungshofes und der Stabsstelle für Deregulierung, Rechtsvereinfachung und Rechtsfolgenabschätzung beim Thüringer Justizministerium liegen inzwischen vor, die Veröffentlichung wird derzeit veranlasst. Gegenwärtig wird das Antragsverfahren vorbereitet, die Jugendämter werden in der ersten Juniwoche angeschrieben und über ihre Mittel, die für 2013/2014 nach dem Verteilerschlüssel zur Verfügung stehen, informiert und zur Antragstellung aufgefordert. Aktuelle Zahlen:
  • derzeit 134 Personalstellen auf 97,04 Vollbeschäftigteneinheiten (VbE)
  • regionale Verteilung sehr unterschiedlich (von 1 Stelle – bis 27 Stellen)
  • drei Landkreise in Thüringen kein Angebot
  • ca. die Hälfte hat zwischen 0,80 und 3,0 VbE eingesetzt
  • jeder vierte hat zwischen 3,0 und 7, 0 VbE angestellt und
  • nur zwei Städte und ein Landkreis haben insgesamt 47 VbE – fast die Hälfte aller Fachkräfte – in ihrer Verantwortung
Regelschulen – 66 Stellen; 50,39 VbE Berufsschulen – 33 Stellen; 23,10 VbE Grundschulen – 18 Stellen; 13,85 VbE Gymnasien – 9 Stellen; 4,7 VbE Förderschulen – 7 Stellen; 4,0 VbE
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