Machnig stellt Initiativprogramm für die Kreativwirtschaft vor

Eine SPD geführte Landesregierung wird nach der Wahl ein Initiativprogramm für die Kreativwirtschaft in Thüringen starten und dafür in den kommenden Jahren bis zu 25 Mio Euro bereit stellen. Das erklärte Matthias Machnig heute in Erfurt.

Kern des Programms sind neben einem zentralen Kompetenzzentrum für die Kreativwirtschaft regionale Kreativpools, die als Arbeitsräume und Netzwerkknoten dienen und zugleich Ausgangspunkte einer nachhaltigen Entwicklung innerstädtischer Wirtschaftsstandorte werden können. In diesem Zusammenhang kritisierte Machnig, im Regierungsteam von Christoph Matschie für die Bereiche Wirtschaft, Arbeit und Infrastruktur zuständig, erneut die Wirtschaftspolitik der CDU-Landesregierung: „Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz fehlt selbst jeglicher kreative Impuls. Durch sein bisheriges Desinteresse und seine Untätigkeit in diesem Bereich ist Reinholz persönlich verantwortlich dafür, dass in den letzten Jahren viele junge Kreative aus Thüringen gedrängt wurden. Reinholz ist eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort Thüringen.“ Als Kreativwirtschaft wird ein Branchenmix aus kulturnahen Dienstleistungen und Produkten bezeichnet. Dazu gehören freiberufliche Künstler und Designer ebenso wie Architekten und Verlagsunternehmen. Dieser Sektor erwirtschaftet allein in Thüringen jährlich einen Umsatz von mehr als 1,2 Mrd Euro. Dabei überwiegen in diesem Wirtschaftssegment Klein- und Kleinstunternehmen. Das stellt an die Politik besondere Anforderungen. „Mit den traditionellen Instrumenten der Wirtschaftspolitik können wir in diesem Bereich keine nachhaltigen Entwicklungsimpulse setzen“, bestätigt Machnig bisherige Erkenntnisse, nach denen die herkömmlichen Bürgschafts- und Investitionsprogramme für die Dienstleister im Kreativbereich meist nicht von Interesse sind. Machnig bekräftigt daher: „Für die Kreativwirtschaft muss die Politik innovative Gestaltungsmittel einsetzen, um die vorhandenen Potentiale gerade an den Thüringer Hochschulstandorten für den Wirtschaftsstandort Thüringen dauerhaft nutzbar zu machen.“ Das Initiativprogramm der SPD für die Kreativwirtschaft wird dabei von drei Säulen getragen:
  1. einem zentralen Beratungs- und Kompetenzzentrum, das Gründer und Kreativunternehmen auf die besonderen Bedingungen in den kulturnahen Dienstleistungsbereichen vorbereitet und beratend begleitet; es wird die bisherigen technologieorientierten Förderprogramme an den Hochschulen ergänzen und zugleich fortlaufend Erkenntnisse über die Situation der Kreativunternehmen und deren Bedürfnisse in die Politik vermitteln
  2. dem Aufbau einer Büroinfrastruktur gerade für Kleinunternehmen in lokalen Kreativpools; hier werden Unternehmen neben innerstädtischen Büro- und Arbeitsräumen auch Servicedienstleitungen angeboten und zugleich die Herausbildung regionaler Netzwerke unterstützt; dafür sollen auch landeseigene Immobilien bereitgestellt werden; der Betrieb kann über Vereine oder Genossenschaftsprojekte dauerhaft sichergestellt werden
  3. einem Kreativwirtschaftsmonitor, der erstmalig den Bestand der Kreativunternehmen im Freistaat systematisch erfasst und dabei gerade die Bedingungen für Kleinunternehmen in diesem Segment untersucht; damit erhält die Politik wichtige Erkenntnisse über die Rahmenbedingungen einer nachhaltigen Entwicklung und Handlungsempfehlungen für weitere Gestaltungsoptionen
Mit dem bundesweit einzigartigen Programm will die Thüringer SPD auch den Absolventen der Thüringer Hochschulen aus den kulturnahen Studiengängen, etwa Mediengestaltern, Kunststudenten und Geisteswissenschaftlern, eine berufliche Zukunft im Freistaat eröffnen. Dazu Machnig: „Wir wissen aus vielen Gesprächen, dass die Studenten nach ihrem Abschluss durchaus in Thüringen bleiben wollen. Dazu müssen aber die Rahmenbedingungen stimmen. Hier setzt unser Initiativprogramm wirksam an.“ Für die SPD kommt der Kreativwirtschaft auch eine wichtige Funktion in der Stadtentwicklung zu. Kreativunternehmen können sich in den Innenstädten ansiedeln. Durch die Einrichtung wohnnaher Arbeitsräume gehen von den geplanten Kreativpools zusätzliche Impulse für die Belebung der Innenstädte aus. Für Machnig hat die starke Kreativwirtschaft im Freistaat noch einen weiteren Vorteil: „Bundesweit bekannte Medienagenturen, erfolgreiche Filmproduktion, international aktive Architekturbüros und Kunstgalerien, bekannte Verlage und begehrte Designer sind immer auch zugleich Werbung für den Freistaat Thüringen als Wirtschaftsstandort und Kulturland.“ Die Finanzierung des Initiativprogramms für die Kreativwirtschaft kann dabei aus den Strukturfonds der Europäischen Union abgesichert werden. Dazu wird eine SPD-Landesregierung in den nächsten fünf Jahren bis zu 25 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Insgesamt stellt die Europäische Union dem Freistaat Thüringen aus den Europäischen Strukturfonds in der derzeitigen Förderperiode bis zum Jahr 2013 ca. 2,1 Mrd bereit.

Schreibe einen Kommentar