Matschie: Bei Welterbeliste die richtigen Prioritäten setzen

Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur weist einen Pressebericht zurück, nach dem der Freistaat Thüringen nicht genug tue, um für die alterssteinzeitlichen Ausgrabungen bei Bilzingsleben Aufnahme in die Welterbeliste der Unesco zu erreichen.

„Erst nach 2017 ist die Welterbeliste für Deutschland wieder offen. Ab diesem Datum können sich die 16 Bundesländer mit je zwei Vorhaben bewerben. Doch für die Aufnahme kommt pro Jahr für Deutschland nur eine einzige Kulturerbestätte in Frage. Wenn jedes Land tatsächlich zwei Anträge stellt, würde es 32 Jahre dauern, bis die Vorschläge abgearbeitet sind. Das ist nicht im Sinne des Erfinders“, so Matschie.

Matschie stellt klar, dass Thüringen in punkto Welterbeliste den Antrag für das mittelalterliche jüdische Leben Erfurts stellen werde. Die Stadt bereite diesen Antrag, der nach Aussage von Fachleuten gute Aussichten für die Aufnahme besitze, mit großem Aufwand seit geraumer Zeit vor. „Es ist nicht unsere Absicht, die Aussichten Erfurts durch einen weiteren Antrag zu beeinträchtigen.“ Dieser Zusammenhang habe in der Berichterstattung der Zeitung leider keinerlei Rolle gespielt, er sei aber die Voraussetzung, um den Vorgang sachgerecht zu bewerten.

Ein Antrag zur Aufnahme der Fundstelle bei Bilzingsleben in die Unesco-Welterbeliste sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch aus wissenschaftlichen Gründen nicht sinnvoll. Zu diesem Ergebnis seien die von der Landesregierung beauftragten international anerkannten externen Gutachter gekommen. Sie betonen, dass weitere umfangreiche wissenschaftliche Auswertungen notwendig seien. Eine abgeschlossene wissenschaftliche Meinungsbildung ist aber unabdingbare Grundlage für die Beschreibung der geforderten „besonderen universellen Bedeutung“ für einen Antrag auf Aufnahme in die Welterbeliste.

Das Land beabsichtigt, gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sowie dem dazugehörigen Landesmuseum, die bisher präsentierten Funde aus Bilzingsleben und anderen Stätten wie Ehringsdorf in einem Netzwerk neu zu präsentieren und zudem die Dauerausstellung im Landesmuseum für Ur- und Frühgeschichte neu zu profilieren.

Quelle: Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

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