Matschie fordert Umsteuern in der Bildungspolitik

Nur mit guter Bildung können Menschen Schritt halten mit den rasanten Veränderungen in Gesellschaft und Arbeitswelt. Nur mit guter Bildung bleibt unser Land wirtschaftlich erfolgreich, sagt Christoph Matschie vor der Bundes-Delegiertenversammlung der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) am Freitag in Erfurt.

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion sprach sich für gute Bildungschancen für alle aus: Wir müssen bildungspolitisch umsteuern. Wir müssen Bildung als Schlüssel für sozialen Aufstieg begreifen. Das war schon der Gedanke der Arbeiterbildungsvereine aus der SPD-Gründungszeit. Und wir müssen durch das Bildungssystem den sozialen Zusammenhalt stärken.

Wir brauchen in der Bildung mehr Qualität und wir brauchen mehr Chancengerechtigkeit, so Matschie weiter. Der neue bildungspolitische Aufbruch dürfe nicht allein auf Bundes- und Länderebene ansetzen, es gelte vor Ort die Weichen zu stellen: Wir brauchen eine gemeinsame Anstrengung: in den Kommunen, in den Ländern, im Bund. Eine Bildungsrepublik Deutschland allein reicht nicht. Wir brauchen auch Bildungsländer, Bildungsstädte, Bildungskreise. Man müsse in Bildungslandschaften denken: Die vielfältigen Bildungsangebote, die es in den Kommunen bereits gibt, müssten weiter gestärkt und miteinander verzahnt werden.

Bildung von Anfang an für alle müsse gesichert werden, sagte Matschie und erneuerte seine Forderung nach dem Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag. Zudem müssten soziale Hürden für den Zugang zu frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsangeboten abgebaut werden: Bis 2013 solle Bildung beitragsfrei sein auch schon in der Kinderkrippe. Kitas brauchten ausreichend Fachpersonal, darüber hinaus gute Spiel- und Lernmaterialien sowie entsprechende Räumlichkeiten. Die Betreuungsquote müsste an internationale Standards angepasst werden.

Das Sortieren der Schüler nach der 4. Klasse sei eine der stärksten Bildungsbarrieren. Viel zu viele Kinder gerieten dabei in Sackgassen. Wir brauchen deshalb längeres gemeinsames Lernen in der Schule. Das Aussortieren und Abschieben muss ein Ende haben. Wir müssen es schaffen, besser individuell zu fördern. Dafür brauchen wir den flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen, so Matschie weiter.

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