Matschie setzt sich in Brüssel für mehr EU-Forschungsgelder ein

Mehr EU-Gelder zur Forschungsförderung in Ostdeutschland – diese Forderung hat Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, gemeinsam mit weiteren Wissenschaftspolitikern aus den neuen Bundesländern heute in Brüssel erhoben. Bei einem Gespräch mit dem Generaldirektor der EU-Kommission zur Forschungsförderung, Robert-Jan Smits, kritisierte Matschie ein Ungleichgewicht der europäischen Förderung

„An Thüringer Hochschulen liegen die Forschungsmittel der EU rund ein Drittel unter dem Bundesdurchschnitt, in den anderen Ost-Ländern ist die Lage ähnlich. Ein Grund dafür ist, dass zu viele Gelder in Großprojekte fließen. Trotz dieses Nachteils haben die neuen Länder in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen in der Forschung unternommen, um zur europäischen Spitze aufzuschließen. Auf diesem Weg muss uns die EU stärker unterstützen“, so Matschie.

Hintergrund ist das Auslaufen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms Ende 2013. Nach Matschies Worten handele es sich dabei um das weltweit größte Förderprogramm für Forschungsprojekte mit einem Volumen von 54 Milliarden Euro. Das nächste Rahmenprogramm werde eine Laufzeit von 2014 bis 2020 haben. „In dieser Zeit müssen wir noch mehr Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Thüringen und den neuen Ländern zu wissenschaftlicher Exzellenz führen. Dafür benötigen wir mehr Drittmittel aus EU-Töpfen.“

Die EU-Förderung dürfe sich nach Matschies Überzeugung nicht nur auf Mammutprojekte in Regionen konzentrieren, die wirtschaftlich ohnehin schon stark sind. „Es geht darum, auch Ideen und Projekte zu fördern, hinter denen keine starke industrielle Lobby steht.“ Matschie verweist in diesem Zusammenhang beispielsweise auf Branchen wie Medizin, Umwelt- und Energietechnik sowie Forschungen zu optischen Mikrosystemen und photonischen Nanomaterialien. Verbünde aus Hochschulen, Forschungsinstituten und kleineren Unternehmen seien hier in Thüringen bereits mit innovativen und international stark beachteten Lösungen zu Stelle. „Jetzt gilt es, mit Hilfe der EU-Fördermittel die letzte Stufe zu einer breiten Exzellenz in Forschung und Innovation zu schaffen.“

Quelle: Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

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