Mehr Geld für die Hochschulen

Christoph Matschie, Vorsitzender der SPD Thüringen, erläutert im Interview mit der Ostthüringer Zeitung (OTZ), wofür die SPD steht.

OTZ: Sie plädieren für eine Abschaffung der Zentralen Vermittlungsstelle für Studenten. Was soll das bringen?

Matschie: Ich halte für sinnvoll, dass die Hochschulen sich ihre Studenten und diese sich ihre Universität selbst aussuchen können. Die Hochschulen brauchen insgesamt mehr Entscheidungsfreiheit. Abschaffen kann der Bund die Zentrale Vermittlungsstelle nicht, sie ist eine Einrichtung der Länder.

OTZ: Mehr Freiheit und Auswahl schafft aber noch keine besseren Studienbedingungen. . .

Matschie: Unsere Zielmarke sind drei Prozent des Bruttoinlandproduktes in Wissenschaft und Forschung zu investieren und die Situation an allen deutschen Hochschuleinrichtungen zu verbessern. Auch die Länder und die Wirtschaft müssen ihren Beitrag leisten.

OTZ: Woher sollen die jährlich 300 Millionen Euro für die sechs Elite-Universitäten kommen?

Matschie: Die Reformen der Bundesregierung sorgen für Spielräume. Außerdem wollen wir bei den Subventionen weiter abbauen.

OTZ: Gegen Ihre Streichliste hat sich die Union bislang erfolgreich gestemmt. Warum sollte sich das ändern?

Matschie: Weil die CDU jetzt unter Zugzwang steht. Sie muss konkrete Angebote zur Steuerreform auf den Tisch zu legen.

OTZ: Welche Chancen räumen Sie Thüringen ein, Elite-Universitätsstandort zu werden?

Matschie: Ich sehe durchaus Chancen. Beim Wettbewerb der Hochschulen brauchen unsere Unis aber die Unterstützung des Landes. Schipanskis Hochschulpakt verhindert aber die Weiterentwicklung.

OTZ: Warum sollten die Länder zugunsten der Unis in anderen Bereichen kürzen?

Matschie: Die Ausgaben für Bildung und Forschung sind die wichtigste Investition in die Zukunft. Hier muss ein Schwerpunkt gesetzt werden – notfalls auch auf Kosten anderer Bereiche.

OTZ: Sind Sie für eine Finanzierung über Studiengebühren?

Matschie: Unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht. Niemand darf wegen seiner finanziellen Möglichkeiten vom Studium ausgeschlossen werden.

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