Merten: „Neuer Bildungsaufbruch statt Selbstzufriedenheit“

Prof. Dr. Roland Merten will einen „neuen Bildungsaufbruch statt Selbstzufriedenheit“. Als Mitglied im Regierungsteam von Christoph Matschie plädiert der Bildungsexperte für gemeinsame Anstrengungen: „So plakativ Länderrankings auch sind – sie dürfen nicht den Blick auf die wirklich großen Probleme verstellen.

Wenn 17 Prozent aller Thüringer Schüler zur PISA-Risikogruppe mit großen Problemen beim Lesen von Texten gehören und immer noch 7 Prozent aller Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen, dann ist der 2. Platz im aktuellen Bildungsranking kein Grund zur Freude. Deutschland bleibt deutlich unter seinen Möglichkeiten, allen Menschen gleiche Lebenschancen zu ermöglichen und das Potential aus dem Wissen aller Menschen voll auszuschöpfen. Besonders Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien bekommen nicht die Chance, einen höheren Schulabschluss zu erwerben.“

„Politik muss Probleme angehen und darf sich nicht hinter Zahlen verstecken. Wir werden in Thüringen für bessere Bildung und mehr Chancengerechtigkeit sorgen: Mit 2000 neuen Stellen in den Kindergärten für eine bessere frühkindliche Bildung sowie durch längeres gemeinsames Lernen und mehr individuelle Förderung in der neuen Thüringer Gemeinschaftsschule“, so Merten. Er plädiert gleichzeitig für bundesweit einheitliche Standards und Ziele: „ Es macht keinen Sinn, zu denken, unser Schulsystem sei eine Insel. Unsere Kinder wachsen in einer globalisierten Welt auf, hierauf müssen sie vorbereitet werden. Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, brauchen wir einen neuen Bildungsaufbruch von Bund, Ländern und Gemeinden.“

Merten erinnert daran, dass das deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich insgesamt den Anschluss an die führenden Nationen gerade in der Frage der Chancengerechtigkeit verloren hat. Immer noch entscheidet in Deutschland die soziale Herkunft über die Bildungschancen. Bei den Bildungsinvestitionen liegt Deutschland deutlich unter den PISA-Spitzenreitern. „Wer sich jetzt mit vermeintlich guten Rankingwerten zufrieden gibt, der verspielt die Zukunft unserer Kinder, der verpasst den Anschluss in Richtung Zukunft!“

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