Peter Krause relativierte deutsche Verantwortung für den Holocaust – als Minister untragbar

„Peter Krause relativierte die deutsche Verantwortung für den Holocaust.“ Das wirft Christoph Matschie, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, dem designierten Thüringer Kultusminister vor.

Matschie bezieht sich auf ein Interview, das Krause für die rechts stehende Vertriebenenzeitung „Ostpreußenblatt“ vom 23.12.2000 geführt hat. Dort behauptet Krause im Hinblick auf den Holocaust, es gebe „eine historische Schuldmetaphysik, die auch jüngere Deutsche einbezieht und vor der Nation warnt“. Dieser Satz offenbart Krauses Gesinnung und fordert Zweifel an seinem bisherigen demokratischen Bekenntnis heraus, so Matschie.

„Die deutsche Verantwortung für Auschwitz ist eine Tatsache, die auch die junge Generation einbezieht. Wer sie in den Bereich der Metaphysik, also des Spekulativen, verschiebt, spielt den Rechtsextremen in die Hände“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Bisher sei das Bekenntnis zur Schuld am Holocaust und zur daraus erwachsenden Verpflichtung für die nachkommenden Generationen Konsens zwischen den demokratischen Parteien in Thüringen gewesen. Diesen demokratischen Grundkonsens hat Krause offenbar in Frage gestellt. „Althaus muss bei der Berufung eines solchen Mannes von allen guten Geistern verlassen gewesen sein“, kritisiert Matschie. Krause dürfe auf keinen Fall Kultusminister werden und damit Verantwortung für die Bildungspolitik bekommen.

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