SPD Thüringen gedenkt Rudolf Breitscheid

Die Thüringer SPD und die SPD Weimar hat am heutigen Tag in der Gedenkstätte Buchenwald gemeinsam mit rund 100 Teilnehmern an den Tod von Rudolf Breitscheid vor 66 Jahren erinnert.

Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzenden und Thüringer Ministerin für Familie, Soziales und Gesundheit, Heike Taubert würdigte Rudolf Breitscheid als aufrechten Demokraten, der stets für seine Überzeugungen einstand und schon früh gegen den Nationalsozialismus gekämpft hatte.

Sie erinnerte daran, dass auch heute Rechtsextreme versuchen unsere Demokratie zu untergraben. Heike Taubert forderte ein engagiertes Streiten für die Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. „Wir brauchen auch in unseren Zeiten Menschen, die wie Rudolf Breitscheid bereit sind, für die Demokratie zu werben, für sie zu streiten, sie zu verteidigen – Tag für Tag“ so Taubert in Ihrer Gedenkrede.

Neben Heike Taubert sprachen auch der Weimarer Oberbürgermeister Stefan Wolf und die Vorsitzende des VVN-BdA Elke Pudszuhn.


Politische Lebensdaten von Rudolf Breitscheid
2.11.1874 Rudolf Breitscheid wird als Sohn des Buchhändlers Wilhelm Breitscheid und dessen Frau Wilhelmine in Köln geboren
1894-1898 Studium der Nationalökonomie in Marburg und München
1903 Eintritt in die linksliberale Freisinnige Vereinigung
1908 Gründung der Demokratischen Vereinigung
1912 Eintritt in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands
1916 Chefredakteur „Sozialistische Auslandspolitik“
1917 Übertritt zur USPD
1918-1922 Chefredakteur „Der Sozialist“
1918/1919 Preußischer Innenminister
ab 1920 Mitglied des Reichstages und außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion
1926 Mitglied der deutschen Delegation beim Völkerbund
1928 Vorsitzender der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion
1931 Wahl in den Parteivorstand der SPD 1933 Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Flucht üb er die Schweiz nach Frankreich und hier aktiv in verschiedenen Vereinigungen deutscher Emigranten
1940 nach der Besetzung Paris‘ Flucht nach Marseille
1941 Auslieferung durch die Vichy-Regierung und Inhaftierung im Gestapo-Gefängnis in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße
1942 Inhaftierung mit seiner Frau im KZ Sachsenhausen
1943 Überführung ins KZ Buchenwald
24.8.1944 Rudolf Breitscheid stirbt bei einem Luftangriff auf Buchenwald
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