Thüringen soll Bildungsland Nummer Eins werden

„Wir brauchen einen Aufbruch in Sachen Bildungspolitik. Thüringen soll Bildungsland Nummer Eins in Deutschland werden“, sagt Christoph Matschie. Der SPD-Fraktionsvorsitzende fordert die Thüringer Landesregierung auf, Konsequenzen aus dem aktuellen EU-Bildungsbericht zu ziehen. Die Studie bescheinigt der Bundesrepublik im EU-Ländervergleich einen großen Rückstand bei den Bildungsabschlüssen.

Laut EU-Kommission sank der Anteil junger Bundesbürger mit Abitur oder abgeschlossener Berufsausbildung im Jahr 2007 auf rund 72 Prozent – entgegen dem erklärten Ziel, den Anteil gen 85 Prozentmarke zu steigern.
Andere EU-Länder hätten dagegen bereits einen Anteil von mehr als 90 Prozent junger Bürger mit Abitur oder Berufsausbildung.

„Auch Thüringen muss endlich aufholen, es liegt schließlich bei den Schulabbrechern über dem Bundesdurchschnitt“, kritisiert Matschie. Jeder 12. Schüler in Thüringen habe keinen Abschluss. Zudem sei der Bildungserfolg weiterhin stark von der sozialen Herkunft abhängig. „Dieser Kreislauf muss endlich durchbrochen werden“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende und fordert die Einführung längeren gemeinsamen Lernens für alle Schüler.

Die SPD-Fraktion macht sich weiter stark für die Einführung des Schulmodells Thüringer Gemeinschaftsschule, die alle Kinder bis zur achten Klasse besuchen sollen. Die viel zu frühe Festlegung von Schullaufbahnen – wie derzeit: nach dem vierten Schuljahr – gehöre abgeschafft. Neben dem längeren gemeinsamen Lernen soll die Thüringer Gemeinschaftsschule auch eine bessere individuelle Förderung ermöglichen.

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