Thüringer SPD begeht Gründungsjubiläum

Mit über 150 Gästen beging die SPD Thüringen am Wochenende ihr Gründungsjubiläum. Am 27. Januar 1990 war in Thüringen der erste SPD-Landesverband in Ostdeutschland gegründet worden. Im 150. Jubiläumsjahr der ältesten Partei Deutschlands kommt auch der Wiedergründung der SDP/ SPD in Ostdeutschland eine herausragende Rolle zu. «Von hier ging der erste Impuls zur Wiedergründung der ostdeutschen Bundesländer aus», betonte SPD-Landeschef Christoph Matschie, der zur politischen Wende Vertreter der SDP am zentralen Runden Tisch war.

Der Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch betonte in seiner, von Sergej Lochthofen als außergewöhnlich bezeichneten Festrede das historische Erinnerung nicht Nostalgie, sondern Auftrag sei, die Ziele der SPD immer wieder zu prüfen. Zugleich forderte er auch andere Linke in Deutschland auf dahin zurückzukehren, wo die einzig linke Fortschrittspolitik gemacht werde: In die SPD.
SPD-Landeschef Christoph Matschie betonte in einer Diskussionsrunde mit dem Journalisten Sergej Lochthofen und der stellvertretenden Juso-Landesvorsitzenden Saskia Scheler, das die Freiheit als bestimmendes Element der Sozialdemokratie in der DDR auch heute nicht an Bedeutung verloren hat: „Auch heute können Ziele wie soziale Gerechtigkeit nicht ohne Freiheit
gedacht werden.»
Der ehemalige TA-Chefredakteur Sergej Lochthofen mahnte die SPD zur Geschlossenheit, wolle sie Erfolg haben. Der derzeitige Streit in der Thüringer CDU sei ein Geschenk, das die SPD aber nur bei eigener Geschlossenheit nutzen könne. Die stellvertretende Juso-Landesvorsitzende Saskia Scheler forderte ein den unterschiedlichen Generationen innerhalb der SPD ihren Platz einzuräumen und die Vielfalt als große Chance der SPD zu begreifen.
In historischen Redebeiträgen beleuchteten Iris Gleicke, Matthias Hey und Peter Metz die große Tradition der SPD. Iris Gleicke gab sich nach Rezitation einer Rede Clara Zetkins vom Gothaer Parteitag 1896 zur Rolle der Frau kämpferisch: „Heute haben wir zwar eine Kanzlerin, aber wir Frauen wissen, dass der Kampf um die Gleichberechtigung dadurch nicht ersetzt wird. Herdprämie, mangelnde Beteiligung von Frauen in Vorständen und Aufsichtsgremien und die nach wie vor ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern sind Aufgaben, die nur von der Sozialdemokratie gelöst werden können.“

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