Thüringer SPD würdigt Brandt-Besuch in Erfurt künftig mit „Woche der Freiheit“

Die Thüringer SPD will den historischen Besuch Willy Brandts am 19. März 1970 in Erfurt künftig alljährlich mit einer „Woche der Freiheit“ würdigen. „Willy Brandt hat den Menschen in Erfurt, Thüringen und in der ganzen DDR vor 40 Jahren ein Signal der Freiheit gesandt. Mit seiner Ostpolitik setzte er den entscheidenden Impuls für den Entspannungsprozess in einer geteilten Welt, der Voraussetzung für die deutsche Wiedervereinigung war“, unterstreicht der SPD-Landesvorsitzende Christoph Matschie.

Seine Partei wolle den Brandt-Besuch künftig zum Anlass für Gespräche mit Zeitzeugen, politische Veranstaltungen, Vorträge und Diskussionsforen nehmen. „Wir wollen uns der historischen Ereignisse erinnern und ihr Vermächtnis für die Zukunft bewahren. Ganz im Sinne Willy Brandts stellen wir dabei die Freiheit als Grundwert in den Vordergrund“, so Matschie. Die „Woche der Freiheit“ erinnere deshalb auch an die erste freie Volkskammerwahl in der DDR am 18. März 1990. „Beide Ereignisse stehen in einem engen Zusammenhang“, sagte Matschie.
Willy Brandt habe mit seiner Maxime „Wandel durch Annäherung“ das Leben der Menschen in der DDR erleichtert und die Umwälzungen in der DDR erst ermöglicht. „Heute müssen wir uns des Wertes der Freiheit stets bewusst sein. Sie ist uns 1990 nicht in den Schoß gefallen und muss auch heute stets neu verteidigt werden“, so der Vorsitzende der Thüringer Sozialdemokraten.
Die Volkskammerwahlen 1990 sieht Matschie vor allem unter diesem Aspekt, auch wenn die Ergebnisse für die DDR-SPD enttäuschend waren. „Sozialdemokraten im Osten hatten die Forderung nach freien Wahlen bereits im Herbst 1989 aufgestellt, als es anderen noch um Korrekturen am System ging. Doch erst mit der Volkskammerwahl hatten wir das politische System der DDR überwunden.“ Das Ergebnis für die SPD sei mit 21,9 Prozent deutlich unter den Erwartungen geblieben, doch die Freude über die errungene Freiheit habe überwogen.
Matschie sieht beide Ereignisse, die sich am 18. März zum zwanzigsten Mal und am 19. März zum vierzigsten Mal jähren, als entscheidende Wegmarken der Freiheitsentwicklung in Deutschland. „Was Willy Brandt 1970 begann, haben die Bürger der DDR mit Mut und Engagement in der friedlichen Revolution zu einem guten Ende gebracht.“

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