Tourismus in Thüringen: 10 Punkte für den Jobmotor

Christoph Matschie hat auf der Fachtagung „Tourismus als Wirtschaftsfaktor in Thüringen“ in Erfurt die Bedeutung des Tourismus für die weitere Entwicklung unseres Landes unterstrichen. Der Ministerpräsidentenkandidat und Vorsitzende der SPD Thüringen kritisierte dabei die Untätigkeit der CDU-Landesregierung und stellte einen 10-Punkte-Plan vor.

„Thüringen hat ein bisher noch unerschlossenes touristisches Kapital. Dieses Kapital für die weitere Entwicklung des Landes zu nutzen und damit die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern, ist nicht nur Aufgabe der Tourismusbranche. Das ist auch eine zentrale Aufgabe der Landespolitik.

Für mich passiert hier noch viel zu wenig.

Geradezu ernüchternd sind die Zahlen, die der Ostdeutsche Sparkassen- und Giroverband vorige Woche veröffentlichte. Hier ist Thüringen längst das Schlusslicht. Sachsen, Sachsen-Anhalt, und vor allem Mecklenburg-Vorpommern können Zuwachsraten bei den Übernachtungen bis zu 7 Prozent verzeichnen. Thüringen büßt ein: minus 5,7 Prozent.

Unser Ziel ist klar: Wir werden nach der Wahl eine Tourismusoffensive starten, die die Branche in Thüringen aus dem Negativtrend herausholt und neue Jobs schafft. Hier liegt ein gewaltiges Potenzial. Die CDU – und das hat sie in den verlorenen fünf Jahren ihrer Regierung gezeigt – ist nicht in der Lage, spürbare Impulse zu setzen.

10 Punkte setzen wir dem Stillstand entgegen:

1. Thüringen braucht eine Tourismuskonzeption, die als Leitbild für alle Akteure dient.

2. Wir werden ein Infrastrukturkonzept erarbeiten, welches Prioritäten beim weiteren Ausbau der Infrastruktur setzt, den Förderrahmen definiert und den Kommunen Planungssicherheit gibt.

3. Die Förderung der touristischen Infrastruktur verbinden wir besser mit anderen Förderprogrammen – zum Beispiel der Sportförderung, dem Straßenbau oder Förderprogrammen der Landwirtschaft.

4. Für Kurorte und Erholungsorte mit Prädikat werden wir den Tourismus als Pflichtaufgabe in der Kommunalordnung verankern.

5. Die SPD wird die Kur- und Erholungsorte bei der Unterhaltung der touristischen Infrastruktur finanziell unterstützen.

6. Die Strukturen der Regionalverbände müssen sich an den Tourismusregionen ausrichten. Wir regen das an.

7. Die Tourismusverbände werden wir finanziell unterstützen, so dass sie in der Lage sind, eigene, regional eingebettete Produkte zu entwickeln und zu managen.

8. Das Außenmarketing Thüringens hat konsequent aus einer Hand und unter einer Thüringer Dachmarke zu erfolgen. Dies ist in unseren Augen Aufgabe der Thüringer Tourismus GmbH.

9. Die begonnene Qualitätsoffensive unterstützen wir und werden zur Bildung von Netzwerken im Tourismus beitragen.

10. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit muss verbessert werden. Dies sollte ein Schwerpunkt der Initiative Mitteldeutschland sein.“

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