Innovative Netzwerke müssen stärker in den Mittelpunkt

Aus Anlass der heute im Bundestag vorgestellten Mittelstandsoffensive der Bundesregierung mahnt Christoph Matschie ein Umdenken der Thüringer Landesregierung an. Nachhaltige Wachstumsimpulse für die neuen Länder verlangen nach einer stärkeren Vernetzung von Mittelstand und Forschung. In Thüringen fehlen jedoch bisher geeignete Programme. Der Landesvorsitzende der SPD Thüringen dazu:

„Thüringens Wirtschaftsministerium ist Spitzenreiter bei der Vergabe von Gutachten. Insgesamt hat die Landesregierung im vergangenen Jahr 2,4 Millionen Euro für den Rat von Experten ausgegeben. Große Summen, die offensichtlich auch noch schlecht angelegt sind. Trotz teurem Rat ignoriert die Landesregierung die von ihr selbst in Auftrag gegebenen Expertisen ? gerade bei der Wirtschaftsförderung.

Mit Blick auf die Zukunftschancen der ostdeutschen Wirtschaft wird immer deutlicher, wohin unser Weg gehen muss. Mit Förderkonzepten wie InnoRegio und der Unterstützung innovativer regionaler Wachstumskerne hat die Bundesregierung hier in der vergangenen Legislatur einen neuen Ansatz entwickelt. Er unterstützt die Vernetzung vor Ort und verstärkt die Innovationsfähigkeit gerade kleiner und mittelständiger Unternehmen. Dabei entsteht ein eigenes wirtschaftliches und wissenschaftliches Profil der Region, das auch die Gründung neuer Unternehmen und das Angebot bedarfsgerechter Ausbildungsplätze umfasst.

Mit der Mittelstandsoffensive werden wir seitens des Bundes diesen Weg ausbauen. Neben der Förderung von Existenzgründern und Kleinunternehmen, der Sicherung und Verbesserung der Mittelstandsfinanzierung, dem Masterplan Bürokratieabbau und einer verbesserten Außenwirtschaftshilfe starten wir die Initiative Innovation und Zukunftstechnologien im Mittelstand.

Die dabei verfolgte Strategie einer wachsenden Vernetzung der kleinen und mittleren Unternehmen mit der Forschung, einer weiteren Stärkung des Technologietransfers im Handwerk und einer Reform der industriellen Gemeinschaftsforschung mit dem Ziel einer stärkeren Beteiligung des Mittelstandes ist richtig. Das gerade hier die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre liegt, könnte auch das Thüringer Wirtschaftministerium in seinen eigenen Expertisen nachlesen. Ich erinnere hier nur an die im vergangenen Jahr vorgestellte Technologiekonzeption.

Was jedoch bis heute fehlt, ist eine erkennbare Umsetzung. Thüringen muss hier endlich mit dem Bund an einem Strang ziehen und auf Landesebene gleichlaufende Programme einsetzen.“

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